Ein Abschied oder ein Neubeginn? Die Wechseljahre stehen für beides...

Wenn der Körper mit den Wechseljahren eine Anpassung an seine Zeit vornimmt, besteht auch die Chance, die eine oder andere Veränderung im eigenen Leben herbeizuführen.

Während es in der Pubertät gilt eine eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln und zu werden, weiß die Frau in diesem Lebensabschnitt weitgehend um Ihre Stärken und was ihr gut tut und was nicht.

Jetzt gilt es sich Zeit zu nehmen, um die persönlichen Chancen der Lebensmitte zu erkennen und für sich zu nutzen.


Was bedeutet Wechseljahre?

Die Wechseljahre - auch als Klimakterium bekannt - läuten die Phase ein, in der die fruchtbaren Jahre der Frau dem Ende zu gehen. Während sich einige Frauen wie befreit fühlen, sehen andere der Zeit eher mit etwas Wehmut hinterher.

Das bisher gut auf einander eingespielte Hormonsystem, in dem die Hormone wie Zahnräder ineinander gegriffen und sich gegenseitig ergänzt und beeinflusst haben, gerät ins Wanken.

Der Hormonspiegel im Blut fällt durch die verminderte Arbeitsfähigkeit der Eierstöcke ab und die Hormonproduktion vermindert sich. Die verlässlichen Rhythmen zwischen den Regelblutungen verändern sich.

Kommt ein Hormon aus dem Takt, verändern sich die anderen mit und suchen ein neues Gleichgewicht miteinander.

Da die Ausschüttung der Hormone von Monat zu Monat schwanken kann, ist das ganze Hormonsystem ziemlich unberechenbar und die Frauen wissen oft gar nicht wie ihnen geschieht.


Wann beginnen die Wechseljahre im Allgemeinen?

Relativ unbemerkt und ohne erste Anzeichen beginnen die Wechseljahre ungefähr zwischen dem 35. und dem 40. Lebensjahr. Diesen Zeitraum nennt man die Prämenopause. Das ist der Zeitraum in dem die Blutung noch regelmässig kommt, der Körper sich aber allmählich auf hormonelle Veränderungen einstellt.

 

Welchen Beschwerden bzw. Veränderungen können sich dann nach und nach während der Wechseljahre bei Frauen einstellen?

  • Stimmungsschwankungen
  • kürzere Zyklusabstände bzw. Zyklusunregelmäßigkeiten
  • verschieden starke und lange Blutungen
  • Schlafstörungen
  • Hitzewallungen
  • Gewichtszunahme
  • auffälligere PMS-Symptome, z. B. ausgeprägtes Spannen der Brüste
  • sinkende Libido
  • plötzlich auftauchender Kinderwunsch
  • Sie brauchen mehr Pausen im Alltag
  • Zerstreutheit
  • sozialer Rückzug, Sie brauchen mehr Ruhe
  • trockenere Haut und Schleimhäute (Augen, Nase, Vagina)
  • hormonelle Migräne, Kopfschmerzen
  • depressive Verstimmungen, Depressionen
  • Konzentrationsprobleme
  • Rosacea

Das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft bei Frauen ist im Klimakterium stark erhöht, da die bislang gekannte Dauer eines Zyklusses kein Maßstab mehr ist.

 

Wie lange können die Beschwerden andauern?

Die anfänglichen Veränderungen durch die Hormonumstellungen bis zur Menopause (die Blutung hört auf) können bis zu 10 Jahren dauern. Es handelt sich um einen sehr individuellen Prozess, der bei jeder Frau anders verlaufen kann. In diesem Lebensabschnitt ist das hormonelle Ungleichgewicht besonders stark. Wenn Frauen unter Wechseljahresbeschwerden leiden, dann sind diese im Allgemeinen in diesem Zeitraum schlimmer als in der Menopause selbst.

Die Postmenopause setzt ein Jahr nach der letzten Blutung ein, wenn die Eierstöcke ihre Funktion eingestellt haben und kein Eisprung mehr stattfindet. Das ist bei den meisten Frauen mit Ende 40 bis Mitte 50 der Fall. Bei manchen aber auch noch später.

 

Zu welchen Symptomen oder Beschwerden kann es bei Frauen nach der Menopause kommen?

Hier überschneiden sich zum Teil die Symptome mit denen der Prämenopause, daher nur eine kleine Auswahl:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche bzw. vermehrtes Schwitzen
  • trockene Schleimhäute
  • verstärktes Risiko von Osteoporose
  • Haarausfall
  • Schlafstörungen
  • Erschlaffung der Haut
  • Schmerzen der Gelenke
  • sexuelle Unlust
  • Stimmungsschwankungen

 

Was können Sie selber für sich tun, wenn Sie unter Wechseljahresbeschwerden leiden?

Helfen Sie ihrem Organismus soweit als möglich durch diesen Prozess. Damit es möglichst reibungslos abläuft ist er für diese Umstellung angewiesen auf:

  • einen ausgeglichenen Säure-Basenhaushalt
  • genügend Schlaf
  • Ruhepausen (nehmen Sie sich Zeit zum Spazierengehen, Ausruhen, Meditieren, Schlafen...)
  • Sport bzw. ausreichende Bewegung
  • Tageslicht
  • Gesundheit von Leber und Darm
  • eine Ernährung die gesund und vitalstoffreich ist
  • weniger Gluten (es hat sich oft bei Frauen herauskristallisiert, dass Gluten ungefähr ab dem 40. Lebensjahr nicht mehr so gut vertragen wird)

 

Welche Ursachen können u. a. die Beschwerden in den Wechseljahren verschlimmern oder auch mitunter einen körperlich gesunden Hormonhaushalt aus der Balance bringen?

  • verstärkte Zufuhr von Fremdöstrogenen z.B. Getränke aus Plastikflaschen, Beschichtungen in Dosen
  • Lebererkrankungen (Entgiftungsfunktion gestört)
  • hormonelle Verhütungsmethoden (Pille, Spirale)
  • Übergewicht
  • Mineralstoffmangel
  • Schwermetalle (Quecksilber) im Körper
  • zuviel Stress
  • unausgewogene Ernährung
  • konventionelle Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte
  • Fremdöstroge in Kostmetikartikeln, Kleidungsstücken, Schuhen
  • Nebennierenschwäche / Nebennierenerschöpfung
  • Schilddrüsenunterfunktion / Schilddrüsenüberfunktion

 

Wie kann ich Ihnen weiterhelfen wenn Sie Beschwerden in den Wechseljahren haben?

Je nachdem mit welchen Symptomen Sie zu mir kommen, habe ich gute Möglichkeiten Ihnen mit einer entsprechenden Behandlung bzw. Therapie zur Seite zu stehen. Das gilt für Frauen wie auch für Männer in dem entsprechenden Alter. Männer erleben die Anzeichen anders, aber sie sind auch da.

In einigen Fällen lasse ich durch ein Labor Hormonwerte im Speichel bestimmen um zu wissen, wie der IST-Zustand ist.

Wenn ich durch eine Anamnese und evtl. Laborbefund Informationen über Ihre "Krankheit" habe, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Mittel aus der klassischen Homöopathie
  • Mittel aus der Komplex-Homöopathie
  • verschiedene Tees
  • bioidentische Hormone als Cremes oder Globuli
  • Gabe von Mikronährstoffen
  • Umstellung bzw. Anpassung der Ernährung
  • Entspannungsübungen
  • kinesiologische Balancen

 

Hier noch einige Zusatzinformationen zu den Wechseljahren:

 

Was passiert genau im Körper während der Wechseljahre?

Als erstes sinkt unser Gelbkörperhormon das Progesteron ab, und läutet somit die Prämenopause, die Zeit vor der Menopause, ein. Hier können erste Zyklusschwankungen auffallen. Diese Phase kann über mehrere Jahre gehen mit und mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Häufig verkürzt sich anfangs der Zyklus und die Blutung kommt alle 21-24 Tage. In dieser Zeit sollten Frauen gut auf ihren Eisenhaushalt achten, da der oft in Mitleidenschaft gezogen wird.

Später sinkt die Östrogenproduktion und damit der Östrogenspiegel ab. Die Menstruation bleibt aufgrund der nachlassenden Aktivität der Eierstöcke früher oder später aus, und die Menopause stellt sich ein.

 

Nur mal für die Begrifflichkeit:

Man kann die Wechseljahre unterteilen, und zwar in die:

  • Prämenopause:das Progesteron sinkt ab
  • Perimenopause: Zeitspanne zwischen der Prä- und der Postmenopause
  • Menopause: die Regelblutung ist endgültig vorbei
  • Postmenopause: nennt man es, wenn die letzte Menstruation 12 Monate her ist

 

Noch ein Wort zur Nebenniere, die mitunter oft interessant ist, wenn es um Symptome geht, die mit dem Hormonsystem einhergehen:

Die Nebenniere ist ein Organ, dem oft nicht allzuviel Beachtung geschenkt wird, die aber einen sehr großen Beitrag dazu leistet, ob es uns gut geht oder nicht.

Die Nebenniere produziert unser Stresshormon Cortisol, und das hat eine sehr hohe Priorität für den Körper. Ist die Nebenniere erschöpft und kann das Cortisol nicht mehr in ausreichendem Maße herstellen, kompensiert u. a. die Schilddrüse (wenn möglich) einen Teil.

Ist das nicht möglich, wird an den Geschlechtshormonen "gespart". Aus dem Cholesterin und dem Vorläuferhormon wird dann evtl. nicht Progesteron und Östradiol hergestellt, sondern Cortisol.

So kann das Bild entstehen das Geschlechtshormone fehlen, aber eigentlich ist das nur eine Folge der Nebennierenerschöpfung.

Also bei allen Beschwerden die Sie bemerken und die in eine hormonelle Richtung gehen, immer auch an eine Störung der Nebenniere und der Schilddrüse denken. Die typischen Symptome sind zum Teil identisch (Schweißausbrüche, Gewichtszunahme, Ängste, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit ...)


Zu guter Letzt: manchmal, wenn die körperlichen Veränderungen und die Wechseljahresbeschwerden die Frauen in ihrem Leben zu stark belasten, bleibt nur der Gang zum Arzt. Hier kann der Frau mit einer Hormontherapie (oder auch Hormonersatztherapie) mit medizinischen Präparaten weitergeholfen werden.

 

 

 

 

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